Flughafen Leipzig/Halle wird Drehkreuz für humanitäre Hilfe

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Der Flughafen Leipzig/Halle wird Teil eines EU-weiten Netzes für den Katastrophenschutz. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) werde dazu am Airport ein Logistikzentrum aufbauen, teilte die Hilfsorganisation am Mittwoch mit. Das DRK und der Flughafen Leipzig/Halle haben einen entsprechenden Zuschlag der EU für das Drehkreuz erhalten. Ein zweiter Standort in Deutschland wird demnach Frankfurt am Main.

Die Europäische Union (EU) will laut DRK in den Mitgliedsstaaten Standorte schaffen, wo Vorräte an medizinischer Schutzausrüstung gelagert werden. Dazu zählten etwa FFP2-Masken und Schutzkittel. Das sei eine Lehre aus der Corona-Krise. Im Katastrophenfall sollen diese Güter dann möglichst schnell verteilt werden können. Das DRK erhalte dafür rund 22 Millionen Euro von der EU.

Das Logistikzentrum werde in direkter Nähe zum Flughafen eingerichtet, sagte Lars Werthmann, Chef-Logistiker des DRK Sachsen. Es handele sich um eine rund 5000 Quadratmeter große Halle. «Dort werden große Vorräte an Schutzausrüstung eingelagert, die nicht nur für Corona gedacht sind», sagte Werthmann. Auch im Falle von Erdbeben oder von anderen Pandemielagen wie einem Ebola-Ausbruch soll Ausrüstung von Leipzig/Halle aus verteilt werden.

«Der Standort hat eine Autobahnanbindung. Es gibt einen Gleiszugang. Uns stehen also alle Transportwege offen», sagte Werthmann. Das DRK werde das Logistikzentrum für zunächst sieben Jahre betreiben. Am zweiten Standort in Frankfurt übernähmen die Johanniter die Federführung.

In der Halle werden laut Werthmann nur eine handvoll Mitarbeiter dauerhaft arbeiten. «Wir haben da einen relativ geringen Personalbedarf. Glücklicherweise gibt es ja nicht jeden Tag Erdbeben oder eine Pandemie.» Den Vollbetrieb peile das DRK ab Juni dieses Jahres an. (mit dpa)