• Er kanns nicht lassen: Curly, der Dauerbrüter. Foto © Pressestelle Große Kreisstadt Aue-Bad Schlema.

    Er kanns nicht lassen: Curly, der Dauerbrüter. Foto © Pressestelle Große Kreisstadt Aue-Bad Schlema.

Emu Curly brütet wieder

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Der mittlerweise 24jährige Emu Curly aus dem Auer Tiergarten „zoo der minis“  hat in den letzten Tagen wieder versucht zu brüten und ließ sich auch wie in den Jahren zuvor, nicht  davon abbringen.

Am 08.Februar 2019 haben ihm die Tiergartenmitarbeiter wieder Eier besorgt, die er gut angenommen hat. Da die lange Brutdauer von 60 Tagen aber wahrscheinlich zu anstrengend für den alten  Herrn ist, sollen die Eier nach ca. 14 Tagen wieder entnommen und die Brut abgebrochen werden. Mal sehen, ob sich Curly darauf einlässt.

Der Emu kann nämlich, was sein Brutverhalten angeht recht störrisch sein.  Vor mittlerweile zehn Jahren machte Curly Schlagzeilen, als er sich auf einen grünen Eimer (der von der Farbe her einem Emu-Ei nicht unähnlich sieht) setzte und anfing zu „brüten“. Ein im Austausch angebotener etwas kleinerer, und somit bequemerer Eimer, der allerdings weiß war, wurde vom eigensinnigen Emu konsequent abgelehnt.

Tagelang saß er auf dem „falschen Ei“ bis ihm die Tierpfleger den Eimer schließlich wegnahmen und ihm stattdessen echte Emu-Eier unterlegten, die sie extra für Curly besorgt hatten. Leider war Curlys Mühe damals vergebens, denn  die Eier waren nicht befruchtet. Dann kamen die Tiergartenmitarbeiter auf die Idee, Adoptiv-Kinder für Curly zu beschaffen.

Aber Curly mochte die beiden Emu-Mädchen nicht. Schließlich hatte er sie nicht ausgebrütet. Er überließ es stattdessen den Tierpflegern, sich um die beiden zu kümmern. 2010 startete man einen erneuten und diesmal erfolgreichen Brütversuch. Am Ostersonntag 2010 schlüpften drei winzige, gestreifte Küken aus ihren Eiern. Das waren wohl die größten Osterküken, die es im Auer Tiergarten jemals zu sehen gab.

Seitdem „brütet Curly jedes Jahr, allerdings ist er nun etwas alt für diese anstrengende Aktion. Sechs Wochen lang sitzt Curly nämlich normalerweise auf seinen grünen Eiern. Er frisst dann  keinen Bissen. Das ist bei einem brütenden Emu völlig normal. Während sie ihren Nachwuchs ausbrüten, verweigern die Tiere nämlich jegliche Nahrung. Bis jetzt hat sich der Emu auch immer ziemlich schnell von seiner Anstrengenden „Brut-Diät“ erholt.

Das Brüten übernehmen bei den Emus  übrigens immer die werdenden Papas. Sie sind es auch, die sich nach dem Schlüpfen um die kleinen gestreiften Emu-Küken kümmern. Die Emu-Mütter legen nur ihre Eier ab und machen sich danach wieder aus dem Staub.

Curly, der nach seiner Sturmlocke benannt wurde, lebt schon seit 1995 in Aue und wurde schnell zum Liebling der Tierpfleger und aller Tiergartenbesucher. Aber eigentlich sollte er schon mehrmals in einen anderen Zoo abgegeben werden. Denn der australische Riesenvogel passt genau genommen gar nicht zu den Minitieren im Auer Tiergarten. Der putzige Vogel schaffte es jedoch auf seine liebenswerte Art immer wieder, die Tiergartenleitung von ihrem Vorhaben abzubringen und schließlich durfte er bleiben.