Emiliana Torrinis Songs im neuen Sound-Gewand

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Berlin (dpa) - Mit «colourful classical and contemporary collisions» umschreibt der britische «Guardian» die erste gemeinsame Platte der Sängerin Emiliana Torrini mit dem Projekt The Colorist.

Das hört sich erstens viel schöner an als jede deutsche Übersetzung (in etwa: «farbenfrohes Zusammentreffen von klassischer und zeitgenössischer Musik»), es trifft zweitens den Kern dieser Kollision sehr gut.

Denn die stimmlich an ihre Landsfrau Björk oder auch an Kate Bush erinnernde Isländerin und das belgische Kammerorchester lassen hier unterschiedliche Elemente aufeinandertreffen, ohne dass es je nach krampfigem Crossover klingt. Dabei sind es ganz überwiegend bereits bekannte Torrini-Lieder, die im innovativen Sound-Gewand live präsentiert werden - und sogar noch besser klingen als im Original auf den insgesamt acht Studioalben der 39-Jährigen aus Kópavogur, der zweitgrößten Stadt Islands.

Die Arrangements zwischen Elektro-Pop, Neoklassik und Jazz («Today Has Been Ok») sind trotz der schieren Masse an beteiligten Musikern (bis zu zwölf) hauchzart und von einer oft filigranen Leichtigkeit, wie im wunderschönen «Serenade» oder in der traumhaften Streicher-Piano-Ballade «Bleeder». In «Speed Of Dark» und «Gun» zeigen die gegensätzlichen Partner, dass sie sich auch auf Grooves verstehen. Und Torrinis bekanntester Hit «Jungle Drum» verliert in der Colorist-Version nichts von seinem fingerschnippenden Charme.

Emiliana Torrini habe ihre Songs durch die teils abenteuerlichen Bearbeitungen kaum wiedererkannt, berichtet die Plattenfirma - über Skype, in Proben, Soundchecks und Konzerten habe sich das Konzept für den neuen Umgang mit etwas Altem dann immer weiter entwickelt. Das Ergebnis: ein etwas anderes Singer-Songwriter-Album, gewiss aber eines der bezauberndsten der letzten Monate. Berechtigter Jubel eines gebannten Publikums am Schluss.