DVB erwarten steigende Fahrgastzahlen

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Die DVB erwarten auch in den nächsten Jahren einen Anstieg bei den Fahrgastzahlen. Im Jahr 2030 könnten rund 180 Millionen Fahrgäste in Bussen und Straßenbahnen mitfahren. Im vergangenen Jahr wurden 163,3 Millionen Nutzer gezählt. Das sind fast 3 Millionen mehr als im Jahr davor.

Am meisten wird die Linie 7 Weixdorf-Pennrich genutzt. Pro Tag fahren dort im Schnitt mehr als 51 000 Menschen mit.  Die meist genutzten Haltestellen sind am Hauptbahnhof. Auf Platz 2 kommt der Pirnaische Platz.

Um den prognostizierten Fahrgastansturm bewältigen zu können, sollen zum Beispiel in der Stadt ab 2020/21 breitere Stadtbahnwagen mit mehr Sitzplätzen und mehr Platz für Kinderwagen, Fahrräder und Rollstühle eingesetzt werden. Diese werden dann erst einmal auf der Linie 2 fahren.

Hier können Sie die komplette Meldung der DVB nachlesen:

Zuspruch wächst ungebremst: Mit 163,3 Millionen auch 2018 wieder Fahrgastrekord bei den Dresdner Verkehrsbetrieben
 
Zügiger Ausbau des ÖPNV in der sächsischen Landeshauptstadt unbedingt erforderlich
 
Insgesamt 163,3 Millionen Fahrgäste haben 2018 die Stadtbahnen und Busse der DVB benutzt. Das sind erneut fast drei Millionen mehr als im Vorjahr. „Um den Ansturm der Dresdner in den umweltfreundlichen ÖPNV zu bewältigen, brauchen wir neue Angebote, moderne Fahrzeuge und eine intakte Infrastruktur. Aus unserer Sicht sollte die Politik eher diesen Ansatz verfolgen, als über preisreduzierte oder kostenlose Fahrscheine zu diskutieren“, erklärt der Vorstand für Finanzen und Technik der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) Andreas Hemmersbach. „Nur schneller und attraktiver ÖPNV kann Menschen auf den heute in Großstädten ьberhaupt noch vorhandenen Verkehrsflächen effektiv an ihr Ziel bringen“.
 
Perspektive: Wachstum bei ÖPNV-Nachfrage enorm  
Noch nie war der Anstieg der Fahrgastzahlen so hoch wie in den letzten drei Jahren. Absehbar ist bereits, dass die Nachfrage in den nächsten Jahren auf etwa 170 Millionen Fahrgäste pro Jahr steigt. Mittelfristige Szenarien gehen von 185 oder gar 200 Millionen Fahrgästen aus. Sie basieren auf einem prognostizierten Wachstum der Dresdner Bevölkerung auf knapp 600.000 Einwohner im Jahr 2035.

Pro Arbeitstag sind heute schon mehr als 600.000 Fahrgäste öffentlich unterwegs. Und die wollen auch nicht gleichmäßig über den Tag verteilt mitfahren, sondern vorwiegend morgens und nachmittags. Im Winter mit größerer Intensität als im Sommer. In vorhersehbaren Fällen wie beim Schüler- oder Studentenverkehr werden Zusatzfahrten angeboten. Auf manchen Buslinien wie der 61 und 62 reicht das längst nicht mehr. Auch der Einsatz längerer Busse schafft nur kurzfristige Abhilfe. Hier muss zügig die Umstellung auf den Stadtbahnbetrieb erfolgen. Für bereits stark nachgefragte Stadtbahnlinien sind 30 breitere Stadtbahnwagen mit einer größeren Kapazität in der Beschaffung.
 
Straßenzüge werden nicht breiter
Straßenzüge werden nicht breiter, ohne dass dafür Häuser weichen müssen. Für den in Folge des städtischen Wachstums ebenfalls steigenden Verkehr bietet Dresden also wenig Platz. Um die kommenden zusätzlichen Wege ohne großen Stau zurücklegen zu können, braucht es den Ausbau des ÖPNV-Angebotes. Schon heute bietet ein moderner 45-Meter Stadtbahnwagen Platz für bis zu 260 Passagiere. Der kommt mit einer einzigen Ampelschaltung über die Kreuzung. Laut ADAC sind Autos im Stadtverkehr mit durchschnittlich 1,2 Personen besetzt. Um den gleichen Effekt zu erzielen, müssten mehr als 200 Autos mit nur einer Grünphase über die Kreuzung rollen. Hier wird klar, dass der ÖPNV die begrenzte Verkehrsfläche wesentlich effektiver nutzen kann.
 
Priorität für neue Stadtbahntrassen

Um die steigende Zahl der Fahrgäste mit vernünftigem Komfort zu befördern, dürfen Investitionen in neue Strecken nicht verschoben werden. Oft ist es keine Frage der Finanzierung. Vielmehr sorgen wechselnde politische Beschlusslagen oder aufwändige Planungsverfahren für Verzögerungen. Hier gilt es, den fachlichen und politischen Spielraum zur Beschleunigung solcher Projekte zu nutzen. Mit neuen Stadtbahntrassen zwischen Löbtau und Strehlen sowie Johannstadt und Plauen sollen erste Kapazitätsengpässe im DVB-Netz beseitigt werden.
Ähnliche Effekte ergeben sich aus der Sanierung des Bestandsnetzes. Die Beseitigung verschlissener Abschnitte im Gleisnetz, über die Stadtbahnen nur noch langsam fahren dürfen, kann pro Richtung mehrere Minuten Fahrzeit sparen. Das macht ein ÖPNV-Netz nicht nur wirtschaftlicher, sondern wegen der kürzeren Fahrzeit auch für Fahrgäste attraktiver.
Im Busnetz liegt der Fokus auf neuen Angeboten im Dresdner Südwesten von Pieschen nach Reick, im Nordosten von Pieschen nach Leuben sowie auf der Verknüpfung der Buslinien 75 und 94. Für diese Busangebote fehlt noch die Erneuerung der Augsburger Straße, in Zschertnitz und Naußlitz müssten bustaugliche Durchfahrten geschaffen werden.   
           
Sozialticket kommt an

Das für finanziell schwächere Bürger eingeführte Sozialticket kommt gut an. Seit 2013 stieg die Inanspruchnahme dieses durch Stadt und DVB gestützten Tickets von 5,6 Millionen Fahrgäste auf 12,8 Millionen im Jahr 2018. Das sind rund 129 Prozent mehr.