DSC-Volleyballerinnen greifen nach Supercup

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Neun Titel in zwölf Jahren klingen beeindruckend. Die Bilanz von Cheftrainer Alexander Waibl bei den Volleyballerinnen des Dresdner SC hat jedoch noch eine Lücke: der Supercup fehlt bislang. Drei Anläufe scheiterten bereits. Nun gibt es für den dienstältesten Bundesliga-Coach am Samstag (17.00 Uhr) in der Schweriner Palmberg Arena gegen den SSC eine neue Chance. «Wir freuen uns darauf, dass es wieder losgeht und haben große Lust, Schwerin zu ärgern», meinte der 53 Jahre alte Waibl, fügt aber skeptisch an: «Dieser Wettbewerb kommt für uns zu früh.»

Es gibt mehrere Gründe. «Unsere Philosophie ist es, auf junge Spielerinnen mit viel Potenzial zu setzen. Ihre Entwicklung braucht aber seine Zeit. Deshalb ist für uns der Supercup schwierig, weil wir noch nicht auf dem Niveau sind, das wir anstreben», sagte der Meistertrainer, der zudem in der Vorbereitung mit mehreren Rückschlägen klarkommen musste. Erst erklärte die fest eingeplante Außenangreiferin Emma Cyris überraschend ihren Rücktritt vom Leistungssport. Dann zog sich beim ersten Vorbereitungsspiel in Polen Neuzugang Jacqueline Quade (USA) einen Kreuzband- und Meniskusriss zu und fällt für Monate aus.

«Die beiden Ausfälle kamen zu einem Zeitpunkt, wo es auf dem Markt schwer war, das zu kompensieren», erklärte Waibl, der aber dank der guten Nachwuchsarbeit in der hauseigenen Talentschmiede des VC Olympia Dresden Unterstützung von der mit einem Doppelspielrecht ausgestatteten 18-jährigen Julia Wesser bekommt. Mit ihr bringt es das Team auf einen Altersdurchschnitt von 22,1 Jahren.

Nicht zuletzt muss der sechsmalige deutsche Meister den Abgang von drei Leistungsträgerinnen verkraften. Mit Libera Lenka Dürr beendete eine der weltbesten Spielerinnen auf dieser Position ihre Laufbahn, dazu verabschiedeten sich die beiden Nationalspielerinnen Lena Stigrot und Camilla Weitzel in Richtung Italien. «Alle drei Spielerinnen waren maßgeblich am Titelgewinn beteiligt. Ihre Qualität, Ausstrahlung und Erfahrung kann man nicht so einfach ersetzen», sagte Waibl. Die Kapitänsbinde von Stigrot übernahm Jennifer Janiska, die dieses Amt auch im Nationalteam ausübt.

Im zwölfköpfigen Aufgebot stehen insgesamt sechs Neuzugänge, darunter befindet sich mit der weißrussischen Nationalspielerin Kristina Kicka eine Rückkehrerin, die auf der Diagonalposition Top-Scorerin Maja Storck entlasten soll. Kicka gewann mit Dresden zwischen 2013 und 2016 drei Meistertitel und einen Pokal. Ihre internationale Erfahrung soll dem DSC auch in der europäischen Königsklasse helfen. Erstmals nach fünf Jahren schlagen die Elbestädterinnen wieder in der Champions League auf.

Wirtschaftlich haben die Dresdnerinnen die vergangene Saison ohne Zuschauer gut verkraftet. «Eine schwarze Null ist es aber nicht geworden», meinte Geschäftsführerin Sandra Zimmermann. Dank den Bundeshilfen und eines Darlehens vom Freistaat Sachsen sei man ganz gut über die Runden gekommen. «Ausgestanden ist das aber noch lange nicht, denn hinsichtlich der Zuschauer haben wir keine Planungssicherheit», betonte Zimmermann. Mit der angewendeten 3G-Regel kann die Halle mit 1400 Besuchern kaum zur Hälfte ausgelastet werden. Dennoch plant der DSC mit etwa dem gleichen Budget wie in der Vorsaison.