Update: Drei Tatverdächte nach Raub im Grünen Gewölbe in Untersuchungshaft

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Nach den Festnahmen und Durchsuchungen in Berlin befinden sich drei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Die Männer wurden am Dienstagnachmittag einem Ermittlungsrichter des Amtsgerichtes vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an. Den Beschuldigten wird schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung in zwei Fällen vorgeworfen. Sie haben sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.

Unterdessen hält auch die Fahndung nach zwei weiteren Tatverdächtigen an. Zum Aufenthaltsort der 21-jährigen Zwillingsbrüder aus einer arabischstämmigen Großfamilie gebe es noch keine neuen Erkenntnisse, sagte ein Polizeisprecher am Mittwochmorgen in Dresden. Dienstagabend hatten Ermittler mitgeteilt, dass ein gesuchtes Fluchtfahrzeug, gefunden wurde.

Bei den flüchtigen Männern handelt es sich um Abdul Majed Remmo (21) und Mohamed Remmo (21). Auch ihnen wird schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung vorgeworfen. Auch im Ausland wird nach den Verdächtigen gesucht. "Die Fahndung läuft international", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Wer Hinweise zum aktuellen Aufenthaltsort der beiden Männer hat, kann sich bei der Polizeidirektion Dresden unter der (0351) 483 2233 melden. Der Fall soll am Mittwochabend (18.11.2020) Thema der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY… ungelöst» sein. Die Polizei erhofft sich davon Hinweise zu den gesuchten Zwillingsbrüdern.

Nach Angaben der Ermittler gehören die Gesuchten zu einem Clan, der auch für andere große Straftaten verantwortlich gemacht wird. Wie zum Beispiel dem Goldmünzen-Diebstahl aus dem Berliner Bode-Museum 2017.

Tatverdächtiger Mohamed Remmo

Tatverdächtiger Abdul Majed Remmo

Ein Ermittlungsrichter prüft aktuell auch, ob die drei bereits festgenommenen Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen. Die dringend tatverdächtigen Männer wurden am Dienstag nacheinander dem Richter vorgeführt. «Das dauert an», sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden am Mittag.

Die deutschen Staatsbürger wurden am Morgen im Zuge einer großangelegten Razzia in Berlin festgenommen. Sie gehören einer arabischstämmigen Großfamilie an, die auch für andere schwere Straftaten verantwortlich gemacht wird. Dazu gehört der Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze 2017 aus dem Berliner Bode-Museum.

Seit dem Morgen wurden insgesamt 18 Objekte in der Hauptstadt durchsucht, darunter zehn Wohnungen sowie Garagen und Fahrzeuge. Laut Behörden sind dabei knapp 1640 Polizeibeamte im Einsatz. Im Zentrum der Maßnahmen stünden die Suche nach den gestohlenen Kunstschätzen und möglichen Beweismitteln, etwa Speichermedien, Bekleidungsstücke und Werkzeuge. Bisher fehlt von der Beute allerdings jede Spur.

Bei einem der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte hatten Unbekannte im November 2019 in Dresden aus der berühmten Schatzkammer Grünes Gewölbe Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen. Wir berichteten darüber.

Der Schwerpunkt der Durchsuchungen vom Dienstagmorgen sei im Stadtteil Berlin-Neukölln. Aufgrund des Polizeieinsatzes ist demnach den ganzen Tag mit erheblichen Verkehrseinschränkungen im gesamten Stadtgebiet von Berlin zu rechnen.

Neben Einsatzkräften aus Sachsen seien auch Spezialeinsatzkräfte des Bundes und der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an den Maßnahmen beteiligt.

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Polizei: Verdächtige aus Berliner Clan-Milieu

Die festgenommenen Verdächtigen für den Kunstdiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden gehören nach Polizeiangaben zum Berliner Clan-Milieu. Die drei seien deutsche Staatsbürger, wie ein Sprecher der Dresdner Polizei am Dienstag in Berlin sagte. Die Männer waren am Morgen bei einer großangelegten Razzia festgenommen worden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen gehören die Männer einer polizeibekannten, arabischstämmigen Großfamilie an, die auch für andere große Straftaten verantwortlich gemacht wird. Dazu zählt der spektakuläre Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum. Dafür waren zwei Männer verurteilt worden.