• Gregory Porter gehört zu den Gaststars der Musikmesse. Foto: Jens Kalaene

Digitaler Wandel beherscht Frankfurter Musikmesse

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Frankfurt/Main (dpa) - Die Frankfurter Musikmesse will sich noch stärker dem digitalen Wandel stellen.

Die elektronische Musikproduktion und -vermarktung wird von diesem Dienstag an (2.4.) im Fokus von Europas größtem Branchentreff stehen, wie die Organisatoren am Montag ankündigten. Erstmals gibt es einen Sonderbereich für die internationale DIY-(«Do-it-Yourself»)-Musikszene.

Damit sollen die Besucher wieder stärker direkt zu den Anbietern gebracht werden. Zugleich soll der Bereich der Musikpädagogik auf der Messe ausgebaut werden, um junge Menschen wieder mehr fürs Musizieren zu begeistern. Bei einem «Songwriter Camp» können Schreiber ihre Lieder großen Labels präsentieren.

Auf der Messe zeigen bis Samstag (6.4.) wie im Vorjahr knapp über 1600 Aussteller der Musikinstrumenten-Branche aus 56 Ländern ihre Produktneuheiten. 300 Workshops stehen auf dem Programm. Im vergangenen Jahr kamen rund 90.000 Besucher. Zeitgleich findet die Messe Prolight+Sound statt, die noch stärker mit der Musikmesse verknüpft werden soll.

Flankiert wird die Messe von rund 200 Konzerten und Live-Auftritten auf dem Messegelände mit teils prominenten Musikern wie dem deutschen Rapper Samy Deluxe, US-Altrocker Tony Carey oder US-Jazzsänger Gregory Porter. In der Stadt Frankfurt sind zusätzlich in Clubs und Hotelbars 100 Konzerte geplant - so viele wie nie zuvor. Dabei sind auch ungewöhnliche «Locations» wie A-cappella-Konzerte auf dem Hauptfriedhof.

Die deutsche Musikinstrumentenbranche meldete am Vortag der Messe eine Umsatzsteigerung von sechs Prozent für das vergangene Jahr. Wie der Branchenverband SOMM (Society Of Music Merchants) 2018 mitteilte, wuchsen die Erlöse auf mehr als eine Milliarde Euro.

Das größte Plus verzeichnet technische Ausstattung. So legte DJ-Equipment um 8,7 Prozent zu, gefolgt von Mikrofonen und Kopfhörern (7,5 Prozent). Saiteninstrumente, zu denen auch Gitarren gehören, folgen auf Rang drei (7,2 Prozent). Den größten Anteil am Gesamtumsatz haben Tasteninstrumente.

Trotz des Zuwachses kämpfe die Branche mit Problemen, so der Verband. Der Fachhandel klagt über «einen ruinösen Preisverfall». Musikhändler könnten beim Verkauf von Instrumenten keine ausreichende Marge mehr erzielen. Außerdem kämen deutlich weniger Kunden in die Läden. Der Branchenverband SOMM repräsentiert 60 Unternehmen aus Herstellung, Handel, Vertrieb und Medien.