Kita-Warnstreiks am Donnerstag

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Für Donnerstag, den 12. Mai sind die Erzieherinnen und Erzieher der kommunalen Kitas und Horts auch in Dresden wieder zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft wolle damit den Druck vor der nächsten Tarifrunde erhöhen, die am 16. Mai beginnen soll. Es sind die dritten Tarifgespräche seit Februar 2022. Es geht um eine bessere Bezahlung, mehr Qualifizierungen und genug Zeit für Arbeiten außerhalb der Betreuungszeit. Bisher haben die Arbeitgeber im Rahmen der Tarifverhandlungen kein Angebot vorgelegt.

„Die Streikbereitschaft unter den pädagogischen Fachkräften ist angesichts des vorherrschenden Drucks in ihrem beruflichen Alltag nach wie vor sehr hoch. Weder der pädagogische Anspruch an ihre Arbeit noch der vorgegebene pädagogische Auftrag, kann bei den derzeitigen Arbeitsbedingungen vollständig erfüllt werden. Dies führt bei den Kolleginnen und Kollegen zunehmend zu Frustration und Wut. Hinzu kommt die fehlende Wertschätzung für ihre Arbeit, die die Grundlage für die Bildung kommender Generationen legt. Sie wird durch das bislang fehlende Angebot der Arbeitgeber noch unterstrichen.“, so Uschi Kruse, Landesvorsitzende der GEW Sachsen.

Nachdem bereits am 4. Mai über 1.300 Beschäftigte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen dem Streikaufruf der Bildungsgewerkschaft gefolgt waren, zeigen die Erzieherinnen und Erzieher jetzt, dass ihr Streikwille ungebrochen ist, wenn es um die Durchsetzung ihrer Forderungen geht.

Die Stadt Dresden empfiehlt Eltern vorsorglich eine private Betreuungsalternative zu organisieren. Eine Notbetreuung gibt es nach Angaben der Stadt Dresden auch dieses Mal  nicht.

Der Eigenbetrieb informiert am Streiktag auf der städtischen Internetseite www.dresden.de/kita-streik ab 6:00 Uhr wieder über betroffene Kindertageseinrichtungen. Zusätzlich erhalten Eltern über die Hotline 0351-4885111 Auskunft darüber, ob ihre Kita oder ihr Hort vom Streik betroffen sein wird.

Sollten Eltern streikbedingt ihre Kinder nicht in die Betreuung von Kita oder Hort geben können, so erhalten sie automatisch 1/20 ihres monatlichen Elternbeitrages für den Streiktag automatisch zurückerstattet.

Am Montag, 16. Mai ruft dann die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigen des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen Dresden erneut in den Warnstreik.

Daniel Herold, Dresdner Bezirksgeschäftsführer: „Wir kommen damit der Forderung der Beschäftigten nach, die nicht lockerlassen und vor der kommenden Verhandlungsrunde noch einmal Druck machen wollen. Wir ziehen mit den Beschäftigten vor den Sitz des Eigenbetriebes in der Breitscheidstraße 78, um die enorme Frustration über die Arbeitsbedingungen zu zeigen und ihre Forderungen direkt an die Betriebsleitung zu adressieren,“ sagt der Gewerkschafter.

Ein weiteres Argument für die Kundgebung vor dem Eigenbetrieb ist die am Nachmittag des 16. Mai geplante Gesprächsrunde zu den im Eigenbetrieb üblichen Flex-Verträgen, die ver.di seit der Tarifrunde 2020 massiv kritisiert. Der Umstand, dass es hier bis heute keine Veränderung gegeben hat, verstärkt den Frust der Beschäftigten enorm.

Die Kundgebung am Montag findet in der Breitscheidstraße 78 in Dresden von 11:55 bis 12:55 Uhr statt.