• Bauamtsleiterin Dorit Baumeister: Wir werden diesen großartigen Ort der Moderne in die Zukunft führen.

  • Der ausgebrannte Festsaal

  • Auch das Treppenhaus muss erneuert werden.

  • Oberbürgermeister Torsten Pötzsch im Gespräch mit Einwohnern.

Der "hohle Vogel" Volkshaus Weißwasser soll wieder leben

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Eine Wunde klafft im Stadtbild von Weißwasser. Das Volkshaus ist seit dem Brand vor fast einem halben Jahr eine Ruine. Nur noch die Außenwände des Festsaals stehen. Das Treppenhaus ist ausgebrannt. Giftiger Ruß hat sich in den Putz gefressen. Die Fassade wird durch ein Gerüst abgestützt.  Die Görlitzer Straße ist weiterhin gesperrt.  

Für das  das 1928 im Bauhausstil errichtete Veranstaltungsgebäude soll nun eine Machbarkeitsstudie mit Betreibermodell erstellt werden. Das kündigte heute Oberbürgermeister Torsten Pötzsch an. Knapp ein halbes Jahr nach dem Großbrand hat die Stadt Förderantrag beim Land gestellt. Sie rechnet mit einer 90prozentigen Förderung.

Die Studie ist die Voraussetzung für die Sanierung.  Sie sei der zweite Schritt. Der OB erhofft sich Geld aus dem den „Kohle-Millionen“, also dem Strukturstärkungsgesetz. Bischofswerda und Hoyerswerda ließen sich mit dem Geld ja auch ihre Kulturhäuser sanieren. Das Volkshaus könnte möglicherweise auch eine besondere Förderung für herausragende Bauten der Industriekultur erhalten. Die Stadt führt bereits erste Gespräche.

"Versicherung will nicht zahlen"

Inzwischen liegt eine erste Kostenschätzung vor. Die Beseitigung der Brandschäden, die Sicherung und die Planungsleistungen werden mit rund 450.000 Euro beziffert. Hinzu kommen die Kosten für den Wiederaufbau. Sie liegen nach einer ersten Schätzung bei 3,6 Millionen Euro.

Es gibt ein Problem. „Die Versicherung will nicht zahlen“, so der Pötzsch. Die Stadt hat deshalb einen Anwalt beauftragt. Er soll die Ansprüche durchsetzen.  Für das seit 2004 geschlossene Volkshaus hat die Stadt die Sicherungspflicht übernommen.

Ort der Moderne mit Zukunft

Bauamtsleiter Dorit Baumeister ist davon überzeugt, dass der Wiederaufbau gelingen wird. Der „hohle Vogel“, wie sie das durch den Brand zum großen Teil zerstörte Volkshaus etwas wehmütig bezeichnet, soll wieder leben. „Das Volkshaus, dieser großartige Ort der Moderne, den werden wir in die Zukunft führen.“  

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Görlitz die Brandermittlungen abschließen. Die Anklageschrift sei auf dem Weg zum Gericht, so Oberbürgermeister Torsten Pötzsch. Drei Jugendliche sollen das Feuer gelegt haben - aus Langeweile.

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Reporter Knut-Michael Kunoth