Lautstarker Protest bei Pegida-Geburtstag in Dresden

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Begleitet von Gegenprotesten hat sich am Sonntagnachmittag die asyl- und ausländerfeindliche Pegida-Bewegung auf dem Altmarkt in Dresden versammelt, um ihren 7. Jahrestag zu begehen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um beide Lager zu trennen. Absperrgitter wurden aufgestellt, um einen Protest in Sicht- und Hörweite zu ermöglichen.

Die "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) hatten sich am frühen Nachmittag auf dem Dresdner Altmarkt versammelt, um ihren siebten Geburtstag zu begehen, darunter auch Pegida-Gründer Lutz Bachmann. Vor der Bühne hatten sich Schätzungen zufolge knapp 1.000 Menschen versammelt. Deutlich mehr, etwa 2.500 bis 3.000 Protestierende, versammelten sich gegenüber und übten lautstark Protest - mit Trillerpfeifen, Rasseln und Kochtöpfen als Trommeln.

Ein Polizeisprecher zog am Abend ein positives Fazit. Bis auf ein paar Rangeleien am Rande und bei der Abreise soll es keine größeren Zwischenfälle gegeben haben.

Zum Jahrestag von Pegida waren Augenzeugenberichten zufolge viele bekannte Rechtsextremisten und Hooligans angereist. Darunter die "Freien Sachsen" aus Chemnitz. Auch Heinz-Christian Strache, früher bei der FPÖ in Österreich und Jürgen Elsässer, Chefredakteur des Compact-Magazins wurden gesehen. Eine Gegendemo mit etwa 700 Menschen war am Mittag an der TU am Fritz-Förster-Platz gestartet, gleichzeitig zogen etwa 1.000 Menschen vom Alaunpark aus Richtung Altmarkt.

"In unserer Universität leben wir ein Miteinander, das getragen ist von Respekt gegenüber Andersdenkenden, Lebenden und Aussehenden", erklärte die Rektorin der TU Dresden, Ursula Staudinger, bei einer von der TU angemeldeten Demonstration. Auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, am Sonntag für Vielfalt, Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander auf die Straße zu gehen.

Kritik gibt es unterdessen an der Dresdner Polizei. Sie soll Augenzeugenberichten zufolge Pressevertreter bei der Arbeit behindert und den Querdenkern ein Interview gegeben haben.

Pegida wird seit Mai vom Verfassungsschutz in Sachsen als «erwiesene extremistische Bestrebung» beobachtet. Pegida-Gründer Lutz Bachmann gilt schon länger als Rechtsextremist.