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Das sind die Lieblingsgetränke der Sachsen

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Getränke jedweder Art werden in allen Ecken der Erde konsumiert. Jeder hat außerdem irgendein Lieblingsgetränk, zu dem er besonders gerne greift und für das er andere Getränke gerne stehen lässt. In nahezu jeder Region der Welt gibt es bestimmte Spezialitäten, also Speisen und Getränke, die oft nur dort hergestellt und/oder bevorzugt gegessen und getrunken werden. Das gilt auch für das Bundesland Sachsen, in dem nicht nur Süßspeisen wie der berühmte Dresdner Christstollen ihren Ursprung haben und zu den Spezialitäten gehören, sondern auch verschiedene Getränke.

Weinanbau in Sachsen
Obwohl Sachsen mit einer Weinanbaufläche von nur circa 500 Hektar zu den kleinsten Weinanbaugebieten in Deutschland gehört, können sich die Weißweine der Region zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz durchaus sehen lassen. So ist etwa der sogenannte Goldriesling eine Rebsorte, die nur in Sachsen kultiviert wird.

Eine Besonderheit ist auch die „Sachsenkeule“, eine kegelförmige, 1931 von Carl Pfeiffer kreierte Flaschenform mit klassischer Inhaltsmenge. Seine Intention war es, dem sächsischen Wein durch eine besondere Form der Flasche zu einem Alleinstellungsmerkmal zu verhelfen. Sie hat sich allerdings aufgrund ihrer Zerbrechlichkeit beim Transport nicht durchgesetzt. Heute ist die Bordeauxflasche die gängige Flaschenform für Wein. Verstärkt gibt es Diskussionen zur idealen Inhaltsmenge für Weinflaschen unter Weinkennern. Es zeigt sich nämlich ein gewisser Trend, sich von der Inhaltsmenge 0,75 Liter abzuwenden und sich auf 1 Liter-Flaschen zu konzentrieren. Diesem Format haftete bisher der Ruf an, eher mit günstigem Wein befüllt zu sein.

Der Sachse trinkt gerne Rotwein und Sekt
Insgesamt trinkt der Sachse mehr Rot- als Weißwein, vor allem, wenn er ausländischen Wein kauft. Beim Kauf von deutschem Wein greift er aber lieber zu Weißwein, am ehesten zum Riesling. Der in Sachsen produzierte Wein wird übrigens nur zu 20 Prozent außerhalb des Bundeslandes verkauft, 80 Prozent gehen in Sachsen selbst über den Ladentisch.

Beim Sekt kann der Sachse ebenfalls auf eine bekannte einheimische Marke zurückgreifen, die Sektkellerei Schloss Wackerbarth. Sie ist die älteste sächsische Kellerei und existiert seit über 180 Jahren. Wie hochwertig dieser sächsische Sekt ist, zeigt die Auszeichnung als „Bester Sekterzeuger Deutschlands“ beim Deutschen Sekt Award im Jahre 2018. Es gibt eine ganze Reihe junger Weinbauern, die sich auf die Herstellung von Sekt spezialisiert haben und von denen man in Zukunft auch außerhalb Sachsens sicher hören wird. Der Sachse jedenfalls mag den einheimischen Sekt, weshalb er in vielen Haushalten zu finden ist.

„Hopfenkaltschale“ – die Sachsen sind beim Bierkonsum Spitzenreiter
Kein anderes Getränk ist in Sachsen so beliebt, wie das gute alte Bier. Der Sachse kommt im Durchschnitt auf einen Pro-Kopf-Verbrauch von 200 Litern pro Jahr, womit er sogar die Bayern übertrifft, denen ja nachgesagt wird, sie hätten dieses Getränk erfunden. Die Zahl der Brauereien in Sachsen steigt erfreulicherweise in den letzten Jahren. Es gab laut dem Statistischen Bundesamt 2019 insgesamt 75 Brauereien, womit die Zahl seit 2017 um 6 Produktionsstätten stieg. In Sachsen gibt es sogar ein nur dort erhältliches Bier, das den Namen „Leipziger Gose“ trägt. Dabei handelt es sich um ein obergäriges Bier, bei dem es neben einer alkoholischen noch eine auf Milchsäurebakterien basierende Gärung stattfindet. Die Gose wird in ähnlicher Weise getrunken, wie die berühmte Berliner Weiße, man kann das Bier beispielsweise mischen mit:

-    rotem oder grünem Sirup
-    Kirschlikör
-    Kümmellikör
-    Erdbeer- oder Bananensaft
-    Curacao

Für die Leipziger Gose wurde sogar eine eigene Flaschenform erdacht, wodurch man das Bier sofort erkennt und von anderen Sorten unterscheiden kann. Weitere Biersorten aus verschiedenen Regionen Sachsens sind etwa Radeberger, Wernesgrüner, Einsiedler, Freiberger, Sternquell, Ur-Krostitzer sowie Landskron. Dabei handelt es sich um Pilsner. Kleinere Brauereien konzentrieren sich auf Bock-Bier oder lassen sich ganz eigene Bierkreationen einfallen, die dann z. B. Meissner Schwerter, rotblondes Feieromd-Bier oder Braustolz heißen. Sächsische Erzeugnisse auf internationalen Messen vorzustellen, ist ein Mittel, ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen und für sie Werbung zu machen. Insgesamt sind über 310 Biermarken “Made in Sachsen“, von denen eine zunehmende Anzahl auch exportiert wird.

Sachsens Liköre - hochprozentiges wird gerne genommen
Beliebt sind bei den Sachsen auch verschiedene Liköre, die auch gerne mal mehr Alkohol enthalten dürfen, als üblich. Besonders gerne trinken die Sachsen den Allasch Kümmellikör, welcher ursprünglich aus der Nähe von Riga stammte, aufgrund seiner Süße aber schnell Einzug in Sachsen hielt. Sehr gerne getrunken wird auch Reudnitzer Schwarzbierlikör, der tatsächlich 20 Prozent Alkohol enthält.

Dieser Likör wird meist in Bügelflaschen zu je 200 ml verkauft. Ausschließlich in der Advents- und Weihnachtszeit gibt es in Sachsen den Dresdner Stollenlikör. Er wird, wie der Christstollen auch, aus Vanille, Mandeln, Zitronen und Rosinen hergestellt, wodurch er sich im Geschmack an den berühmten Stollen anlehnt. Auch im Erzgebirge werden einige sehr leckere Kräuterliköre produziert, die von Einheimischen wie Urlaubern sehr gerne getrunken werden.

Alkoholfrei aus Sachsen – Fruchtsäfte
Eine ganz besondere Vorliebe haben die Sachsen zu Fruchtsäften, die von den heimischen Streuobstwiesen stammen. Die naturbelassenen, meist ökologisch angebauten Obstsorten, etwa Äpfel, Birnen oder Sauerkirschen, sind in vielen Haushalten in Sachsen fester Bestandteil des Vorrats. Laut einer Statistik aus dem Jahr 2018 trank der Sachse (wie jeder Deutsche) im Durchschnitt 31,5 Liter Fruchtsaft pro Jahr.

Auch Limonaden liegen bei Sachsen im Trend. Hier greifen die meisten ebenfalls auf regionale Anbieter zurück. Beim Geschmack beschränken sie sich nicht mehr nur auf die Klassiker Orange oder Zitrone, immer beliebter werden unter anderem:

•    Mango
•    Limette
•    Ingwer
•    Maracuja

Beim Kauf von Fruchtsäften und Limonaden achtet man in Sachsen, wie auch in allen anderen Bundesländern, vor allem auf den Gehalt an Fruchtsaft, er sollte besonders hoch sein. Darüber hinaus greifen immer mehr Verbraucher zu Glasflaschen und vermeiden mit Rücksicht auf die Umwelt Behältnisse aus Plastik oder Karton.

Das Schälchen Heeßer – Kaffee gehört einfach zu Sachsen
Bereits 1697 wurde in Sachsen die allererste Kaffeehaus-Ordnung in Deutschland erlassen und der Kaffee-Baum ist das älteste, öffentliche Kaffeehaus. Es befindet sich in Leipzig und ist heute ein Museum. Im Jahre 1908 erfand dann Melitta Benz den heute noch gebrauchten, im Vergleich zur Kapsel günstigen Kaffee-Filter und in Meissen entstand das europaweit erste, schönste und auch teuerste Kaffee-Geschirr aus Porzellan.

Vom berühmten Komponisten Johann Sebastian Bach existiert sogar eine eigene, 1734 in einem Kaffeehaus uraufgeführte Kaffee-Kantate. Die Geschichte des Kaffees reicht in Sachsen also weit zurück und noch heute trinken die Einheimischen ihn am liebsten schön süß. Übrigens ist der Sachse der einzige, der sich nicht scheut, seinen Namen mit dem Nationalgetränk zu verbinden und sich Kaffee-Sachse zu nennen. Es gibt zahlreiche Studien zum Thema Kaffeegenuss, die zeigen, warum die Tradition dieses Getränkes in Sachsen eine gute und sogar gesunde Tradition ist.


Wasser – Trendgetränk auch in Sachsen
Für den Sachsen muss es nicht immer Bier oder Kaffee sein. Gerade in den warmen Monaten des Jahres greift der Sachse gerne zum durstlöschenden und erfrischenden Wasser. Allerdings verzichtet er laut Marktforschungsinstitut GfK auf exotische Arten, etwa Gletscherwasser oder kühles Nass aus der Südsee. Teure Edelmarken, die zudem aufgrund der aufwendigen Transportwege die Umwelt belasten, werden eher ignoriert. Deutlich beliebter sind regionale Hersteller. Beim Kauf ihrer Produkte kann der Sachse gleich noch etwas für die heimische Wirtschaft tun.

Besonders umweltbewusste Sachsen drehen auch einfach mal den Hahn in der Küche auf, warten, bis das Wasser kühl ist und genießen schlichtes Leitungswasser. Den Geschmack peppen sie dabei oft durch eine Scheibe Ingwer, Zitrone bzw. Orange oder ein paar Blätter Minze auf. Auch zum Mischen mit Fruchtsäften wird das Wasser gerne verwendet. Auf diese Weise erhält man ein erfrischendes und nicht zu süßes Getränk, das gesund ist und den Durst löscht.

Tee – Getränk für sächsische Liebhaber
Obwohl Tee sich auch in Sachsen zunehmender Beliebtheit erfreut, führt er dort eher ein Schattendasein. Es gibt zwar immer mehr Teehäuser bzw. Teeläden und auch die Supermärkte haben ein breites Sortiment, aber bisher konnte der Tee dem Kaffee in Sachsen nicht den Rang ablaufen. Trotzdem wächst die Fangemeinde für dieses Getränk und neben den klassischen Teesorten interessieren sich die Sachsen zunehmend auch für Spezial-Tees, etwa grünen Tee aus dem asiatischen Raum.