Bowie für Beginner - Seine besten Songs

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Berlin (dpa) - David Bowie war ein «Album-Künstler», der ausgefeilte Songsammlungen anbieten wollte. Aber er kannte auch den Wert von einzelnen Liedern und Hit-Singles im Pop.

WELTRAUM-DRAMA: Beeindruckt von Stanley Kubricks Film «2001: A Space Odyssey» und kurz vor der ersten Mondlandung schreibt Bowie das traurige Lied «Space Oddity» (1969). Die Geschichte des Astronauten Major Tom, der nach einer Havarie angstvoll ins All driftet und sich von seiner Frau verabschiedet, berührt bis heute.

VERSPÄTETER HIT: Die 1973 von RCA nachträglich veröffentlichte Single «Life on Mars?» aus dem Album «Hunky Dory» (1971) klettert bis auf Platz 3 der Single-Charts und bleibt 13 Wochen vorne. Trotz des abermals mit der Weltraum-Faszination spielenden Titels geht es hier ganz erdverbunden etwa um ein Mädchen, Liebesprobleme und vieles mehr.

SCHRILL UND SELBSTBEWUSST: Kaum ein Song der ersten Jahre verströmt so viel Energie wie «Suffragette City» (1972). Die Gitarre von Mick Ronson, ein entfesseltes Boogie-Piano und Bowies kreischender Gesang gehören zum Stärksten, was der kurzlebige Glamrock zu bieten hatte. Am besten direkt danach vom «Ziggy»-Album auch «Moonage Daydream» hören!

KRAFTWERK IM HINTERKOPF: Die Faszination für neue deutsche Rockmusik ergreift Bowie schon früh: «Meine Lieblingsgruppe ist Kraftwerk», sagt er Mitte der 70er Jahre. Der Album-Eröffnungstrack «Station to Station» (1976) zeugt davon. Zuggeräusche, lange Instrumentalpassagen und dieser unwiderstehliche Rock-Groove - ein Songmonument.

HELDEN-HOMMAGE: Wenn es ein ikonisches Lied von David Bowie gibt, dann wohl «Heroes» (1977). Der kurze Blick auf ein küssendes Pärchen vor der Berliner Mauer soll ihn zu dem Text inspiriert haben, von dem es auch eine radebrechend-charmante deutsche Version gibt. Eine gänzlich unpeinliche Pophymne, ein Gänsehaut-Song für die Ewigkeit.

HIT MIT JAZZ-POP: In den 80ern tut sich Bowie erfolgreich mit anderen Promis zusammen, etwa Freddie Mercury oder Mick Jagger. Der wohl schönste Song dieser Ära entsteht mit der Fusion-Jazz-Band Pat Metheny Group. «This Is Not America» (1985) gehört zum Soundtrack eines Films, den man im Gegensatz zu dieser Midtempo-Ballade längst vergessen hat.

BLICK ZURÜCK OHNE ZORN: Im Gegenteil, mit «Where Are We Now?» (2013) erhebt Bowie die Berliner Jahre von 1976 bis 1978 zu einer seiner prägenden Karrierephasen. Er besingt mit fragiler Stimme den Potsdamer Platz, den einstigen Stammclub «Dschungel», das Kaufhaus KaDeWe - und den Mauerfall. Nostalgisch und sehr bewegend.

IM ANGESICHT DES TODES: Die biblische Figur eines von den Toten erweckten Menschen liefert die Vorlage für den letzten großen Song Bowies zu Lebzeiten. «Lazarus»-Text und -Video erschüttern mit ihrer Endzeitstimmung - der krebskranke Sänger wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte. Ein Abschied in größtmöglicher Würde.