Böllerwerfer identifiziert

Zuletzt aktualisiert:
Autor: dpa

Die Dresdner Polizei hat den Böllerwerfer vom Dynamo-Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden identifiziert. «Bei dem jungen Mann handelt es sich nicht um den 23-Jährigen, den Dynamo-Fans unmittelbar nach dem Vorfall an die Security übergeben hatten», teilte die Polizei am Donnerstag mit. Demnach haben die Behörden einen 18-Jährigen als Tatverdächtigen ermittelt. Dieser muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Der Böller war beim Abstiegsduell der 2. Fußball-Bundesliga am 8. November (1:0) unmittelbar nach dem Siegtor von Alexander Jeremejeff aus dem K-Block in den Strafraum von Gäste-Keeper Lukas Watkowiak geworfen worden und dort explodiert. Der Torwart konnte das Spiel nach kurzer Behandlung fortsetzen. Dynamo-Fans hatten nach dem Vorfall zunächst einen 23-Jährigen an die Security übergeben - wohl in der Annahme, es handle sich um den Täter.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird die SGD gegen den 18-Jährigen ein bundesweites Stadionverbotsverfahren einleiten. Zusätzlich wird der Verein anstreben, eine Umlage der Strafe des DFB-Sportgerichts für den Böllerwurf zu erreichen. Der mutmaßliche Böllerwerfer muss sich nach Polizeiangaben zudem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Unmittelbar nach dem Vorfall, noch während des Spiels, hatten Dynamo-Fans einen 23-Jährigen an den Sicherheitsdienst übergeben, der einen Böller im Block zur Explosion gebracht hatte. Gegen ihn hat die SGD bereits ein bundesweites Stadionverbotsverfahren eingeleitet und wird ebenfalls eine Schadenersatzklage einreichen.

Die endgültige Wertung des Spiels ist noch offen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhandelt am 5. Dezember über den Einspruch des Zweitligisten aus Hessen. Sie begründen ihren Protest damit, dass die Rücknahme des Tores zur vermeintlichen Gästeführung nach Intervention des Video-Assistenten (VAR) regelwidrig erfolgt sei, wobei diese Entscheidung den Ausgang des Spieles mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst habe. Geleitet wird die Verhandlung in der Frankfurter Verbandszentrale von Hans E. Lorenz, dem Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts.