Bewahrung der eigenen Geschichte: Wismut gründet Tochtergesellschaft

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Die Wismut hat eine eigene Tochtergesellschaft gegründet, die sich künftig um die Geschichte und das Erbe der Wismut kümmern soll. Die Gründung beruht auf einem Abkommen zwischen den Freistaaten Thüringen und Sachsen aus dem September, wie die Wismut am Mittwoch mitteilte. Die Gesellschaft soll im kommenden Jahr ihre Arbeit aufnehmen. Sie wird von den beiden Ländern sowie vom Bund mit 24 Millionen Euro finanziert.

Die Wismut Stiftung gGmbH soll demnach die Geschichte des Uranerzbergbaus in Sachsen und Thüringen vermitteln und dabei auch mit privaten und öffentlichen Trägern in der Region zusammenarbeiten. „Wir erhalten die Chance, die einzigartige Geschichte der Wismut in ihrer Bandbreite, mit ihren verbindenden Elementen, aber auch in ihrer Gegensätzlichkeit allen Interessierten zu erzählen“, sagte der Gründungsgeschäftsführer Rainer M. Türmer laut Mitteilung.

Zum Nachlass der Wismut gehören den Angaben zufolge unter anderem die sanierten Bergbauanlagen, Fotos und Filme, ein geologisches Archiv sowie eine umfangreiche Kunstsammlung.

Die Wismut hatte zu DDR-Zeiten im Auftrag der Sowjetunion Uran für Atomwaffen und Kernreaktoren abgebaut - mit wenig Rücksicht auf Umweltschäden und Gesundheit der Menschen. Seit der Wiedervereinigung wurden diese Bergbau-Altlasten saniert. Dazu wurden mit Milliardenaufwand Gruben kontrolliert geflutet, Halden abgetragen und das Material verwahrt, ein gigantischer Tagebau verfüllt und Schlammseen aus der Uranaufbereitung saniert. Diese Kernsanierung soll 2028 abgeschlossen sein. (dpa)