Betrüger ziehen Lausitzer über den Tisch

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Bei uns in der Lausitz fallen immer wieder Leute auf sogenannte Western-Union-Betrügereien herein. Erst am Mittwoch meldeten sich eine Frau und ein Mann aus Radeberg bei der Polizei.

Auch ein 74-jähriger aus Zittau wurde reingelegt. Ihm wurde von einem angeblichen Notariat 126 000 Euro versprochen. Um an das Geld zu kommen, überwies der Renter fast 7000 Euro per Western Union nach Usbekistan. Von den versprochenen 126 000 Euro sah er aber keinen Cent.

Die Polizei rät genau zu überlegen, an wen und warum man Geld ins Ausland überweist.

Die Firma Western Union entschädigt Opfer. Alle Infos dazu stehen hier:

Western Union verlängert die Frist zur Geltendmachung zivilrechtlicher Ansprüche bis 31. Mai 2018

Die Firma Western Union entschädigt Kunden, die als Opfer von Betrugsdelikten Zahlungen via Western Union geleistet haben.

Nach Ermittlungen der US Federal Trade Commission, dem Department of Justice und des US Postal Service stimmte Western Union zu, Entschädigungszahlungen in Höhe von insgesamt 586 Millionen Dollar zu leisten. Dies gilt für Delikte, welche im Zeitraum von 01.01.2004 - 19.01.2017 begangen wurden.

Geschädigte werden durch die mit der Verwaltung beauftragte Kanzlei Gilardi&Co, LLC postalisch angeschrieben. Ihnen wird ein teilausgefülltes Formular zur Anspruchgeltendmachung zugesendet.

Hierbei handelt es sich nicht um einen neuerlichen Betrugsversuch.

Auch Geschädigte, die ihre Ansprüche bislang nicht geltend gemacht haben, können dies immer noch tun. Western Union hat die Frist zur Geltendmachung etwaiger zivilrechtlicher Ansprüche vom 12.02.2018 auf den 31.05.2018 verlängert. Die anschließende Prüfung durch das Department of Justice kann bis zu einem Jahr dauern.

Weitere Informationen (in englischer Sprache) und alle notwendigen Formulare finden Sie unter www.westernunionremission.com

Das US Department of Justice veröffentlichte bereits am 19.01.2017 Informationen zu den Western Union auferlegten Verpflichtungen.

Anbei die komplette Mitteilung der Polizei zu den Vorfällen in der Lausitz:

Arglose fallen offenbar immer wieder auf Western-Union-Betrügereien rein

Betrügern scheinen die Ideen nicht auszugehen, wie sie auf kriminellem Weg an das Geld anderer herankommen können. Dabei spielen Überweisungen über das Finanzinstitut Western Union immer wieder eine Rolle. Auch am Mittwoch brachten zwei Geschädigte aus dem Raum Radeberg und zuvor ein in Zittau lebender Senior bei der Polizei zur Anzeige, dass sie Opfer von Betrügern geworden waren.

Dürrröhrsdorf-Dittersbach
Radeberg
07.02.2018

Eine Dame aus einem Ortsteil von Dürrröhrsdorf-Dittersbach bot im Internet ein Motorrad zum Verkauf an. Ein vermeidlicher Käufer aus dem Ausland teilte ihr mit, dass der Kaufpreis bei einem Internet-Zahlungsinstitut inklusive der anfallenden Transportkosten hinterlegt sei. Das stellte sich jedoch trotz bestätigender Mails im Nachhinein als unwahr heraus. Es war kein Geld für diese Transaktion vom Käufer hinterlegt worden. Im Vertrauen hatte sie jedoch per Western Union bereits 900 Euro für den Versand des Zweirades überwiesen - sie war im guten Glauben in Vorleistung gegangen.

Ein Radeberger brachte zur Anzeige, dass er über ein Immobilienportal eine Wohnung in Hamburg anmieten wollte. Die Vermieterin verlangte von ihm einen Nachweis, dass er die Miete zahlen könne. Per Western Union ließ er 1.000 Euro überweisen. Nunmehr reagierte niemand mehr auf seine Anfragen.

Zittau
05.01.2018 - 18.01.2018

Auch ein lebensälterer Zittauer ist den Betrügern auf den Leim gegangen. Ein angebliches Notariat informierte den 74-Jährigen telefonisch über eine Gewinnausschüttung diverser Firmen in Höhe von 126.000 Euro. Offenbar geblendet von der Aussicht auf so viel Geld, ließ es ihn alle Vorsicht vergessen. Zunächst überwies er dazu eine Summe von knapp  2.950 Euro per Western Union nach Usbekistan, um den Betrag zu erhalten. Kurz darauf forderten die Unbekannten nochmals 4.000 Euro, da der vorige nicht eingegangen sei. Der Senior zahlte auch diesen Betrag. Von der versprochenen Geldsumme sah er natürlich keine Cent. Derart hart auf den Boden der Realität zurückgeführt, wandte sich der Senior nun an die Polizei.

In allen Fällen ermittelt die Kriminalpolizei zu diesen Straftaten und rät dringend, genau zu prüfen, an wen und warum man Geld ins Ausland überweist. Lieber auch mal eine Nacht drüber schlafen und bei Zweifeln Rat bei Freunden oder der Polizei einholen, als anschließend das Nachsehen haben. (mu/tk)