Bautzener Archivschatz wird gerettet

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Rettung für historische Einwohnerverzeichnisse von Bautzen. 26 der 147 Bände können restauriert, Schimmel, Einbandschäden und Tintenfraß beseitigt werden. Der Archivverbund hat dafür 20.000 Euro Fördermittel erhalten. Bei den Bänden handelt es sich um sogenannte Geschossbücher. Darin sind die Steuer- und Vermögensverhältnisse der Bautzener dokumentiert und die Zahl der Einwohner. Die ersten Bände stammen aus der Zeit um 1400.  Sie sind auch eine Quelle für Familienforscher. Die restaurierten Bände sollen Interessenten wieder zugänglich gemacht werden.

Hintergrund:

Ab dem 15. Jahrhundert stellte die Geschosssteuer die wichtigste Einnahmequelle für die Stadt Bautzen dar. Sie war "eine vom mobilen und immobilen Vermögen zu entrichtende Steuer", also eine Form Vermögenssteuer. Steuerpflichtig waren alle Personen, die der städtischen Verwaltung und Gerichtsbarkeit unterlagen. Nicht zur Abgabe der Steuer verpflichtet waren die Bürger der domstiftlichen und der landesherrlichen Verwaltung, also jene, die die zum Schloss oder Domstift gehörten bzw. in deren Häusern wohnten. Auch der  der amtierende Bürgermeister war mindestens für ein Jahr nach seiner Wahl von der Geschosssteuer befreit. Dies änderte sich im 19. Jahrhundert: Ab 1849 tauchen das Burglehngebiet, das Domstiftsgebiet und die Domprobstei als steuerpflichtige Gebiete erstmals auf, nachdem deren Steuerpflicht gegenüber der Stadt 1846 beschlossen wurde.