Baustart am Ostflügel des Festspielhauses Hellerau

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Am Festspielhaus Hellerau wird jetzt auch der bisher ungenutzte Ostflügel instandgesetzt. Oberbürgermeister Dirk Hilbert gab am Montag gemeinsam mit Intendantin Carena Schlewitt den Startschuss für die Bauarbeiten. Das Gebäude wird bis 2023 saniert. Dort sind Proberäume, eine Studiobühne und Künstlerappartements geplant. Auch ein Restaurant soll es geben.

Insgesamt zehn Millionen Euro werden in den Ostflügel investiert, die Hälfte davon übernimmt der Freistaat. Aus dem Vermögen früherer DDR-Parteien und Massenorganisationen sollen zwei Millionen Euro verwendet werden. Damit wird nun auch das das letzte Gebäude des denkmalgeschützten Ensembles in Hellerau auf Vordermann gebracht.

"Die denkmalgerechte Wiederherstellung des gesamten Festspielareals von Hellerau trägt wesentlich dazu bei, die Bewerbung Helleraus als Weltkulturerbe der Unesco zu stärken", erklärte Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Nach den Worten von Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch will die Stadt im Rahmen der Sanierung auch an Nutzung der Gebäude in der NS-Diktatur erinnern. Dazu habe man bereits einen Forschungsauftrag an das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde vergeben.

Das Festspielhaus entstand 1911 nach einem Entwurf von Heinrich Tessenow. Der Schweizer Komponist Émile Jaques-Dalcroze gründete hier eine Bildungsanstalt für Rhythmus und Bewegung und machte den grünen Vorort Dresdens bekannt. Aus ganz Europa kamen Gäste, unter ihnen Franz Kafka, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Sergej Rachmaninow und Upton Sinclair.

Der Erste Weltkrieg beendete die glorreichen Zeiten. Ende der 30er Jahre wurde der Musentempel zur Polizeischule umgebaut. Später nutzte die Waffen-SS Gebäude und Gelände. Nach 1945 diente das Festspielhaus der Sowjetarmee als Lazarett und später als Kaserne und Sporthalle für Fallschirmjäger. 2006 wurde es nach umfangreicher Sanierung wiedereröffnet. (mit dpa)