• (Foto: PR/Matthias Schmidt)

Anwältin fordert Zugang für Mädchen bei Kreuzchor und Thomanern

Zuletzt aktualisiert:

Eine Berliner Anwältin sorgt bei den Thomanern in Leipzig oder dem Kreuzchor in Dresden für Wirbel: Rechtsanwältin Susann Bräcklein fordert, dass die weltberühmten Knabenchöre auch Mädchen aufnehmen. Sie sieht das Grundgesetz auf ihrer Seite.

Sie argumentiert: Wenn Mädchen keinen Zugang zu Knabenchören hätten, die staatlich gefördert würden, sei dies eine Diskriminierung nach Artikel 3 der Verfassung, der Benachteiligung aufgrund des Geschlechts verbietet. Musikexperten argumentieren dagegen immer wieder mit dem unverwechselbaren Klang von Knabenchören.

Chöre wie der Kreuzchor, die Thomaner, die Tölzer, Regensburger oder Windsbacher sind weltberühmt und in der Klassikszene renommiert. Sie sind jedes Jahr weltweit auf Tournee und produzieren Tonträger. Unstreitig ist, dass Knaben-Soprane anders klingen als Mädchen-Soprane. Die Anwältin argumentiert, dass das für das Grundgesetz unerheblich sei, zudem würden die Unterschiede nur Experten auffallen.

In ihrem Kommentar für den Tagesspiegel schreibt Bräcklein: "Der Bundesfinanzhof hat mit Bezug auf Diskriminierungen im Mai 2017 ein wichtiges Signal gesetzt: Freimaurerlogen, Schützen- oder Gesangsvereinen und ähnlichen traditionell männlichen Vereinen sind steuerliche Vergünstigungen versagt, wenn sie Frauen grundsätzlich ausschließen. Es ist Zeit, dass Gleichberechtigung auch in den renommierten Knabenchören Einzug hält."