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Angriff auf Rollstuhlfahrer kommt vor Gericht

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Nach einem ausländerfeindlichen Angriff auf einen libyschen Rollstuhlfahrer in Chemnitz hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 22-Jährigen Chemnitzer erhoben. Ihm werden Körperverletzung und Diebstahl vogeworfen. Der Mann soll sein Opfer geschlagen und getreten haben. "Als der Geschädigte daraufhin aus dem Rollstuhl gefallen war, trat der Angeschuldigte mit dem Fuß auf den am Boden liegenden Geschädigten ein und versetzte ihm nochmals einen Schlag ins Gesicht" heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Und weiter: "Obwohl mehrere Zeugen den Angeschuldigten von weiteren Handlungen abhalten wollte und den Geschädigten wieder in den Rollstuhl gesetzt hatten, stieß der Angeschuldigte ihn erneut mehrfach mit dem Rollstuhl um und warf den Rollstuhl jeweils einige Meter weg. Weiterhin warf er eine Bierflasche gegen den Rollstuhl, so dass diese zersplitterte. Schließlich entwendete der Angeschuldigte aus der am Rollstuhl hängenden Tasche des Geschädigten u.a. eine Bluetooth-Box."

Der Vorfall ereignete sich im September auf der Bruno-Granz-Straße. Der Angeklagte ist der Polizei einschlägig bekannt wegen Körperverletzung und rechtsmotivierter Straftaten. "Aufgrund der Äußerungen des Angeschuldigten gegenüber dem Geschädigten während der Handlungen und der über einen längeren Zeitraum unbeirrt fortgesetzten Gewalteinwirkung, ist von einer verfestigten ausländer- und behindertenfeindlichen Grundeinstellung des Angeschuldigten auszugehen", so die Staatsanwaltschaft. Wann der Prozess gegen ihn beginnt, steht noch nicht fest.