Mo, 30.01.

Wenn Beziehungen einen Knick kriegen


von Esther Dutschke

Ich versuche seit kurzem, nähen zu lernen! Aber, um ehrlich zu sein: Ich hatte mir das irgendwie einfacher vorgestellt...
Am Anfang sieht ja noch immer alles ganz gut aus: Ich habe den Stoff schön glatt gebügelt, mit Stecknadeln fixiert und nähe los. Wenn ich das Genähte dann aber aus der Maschine fummle, lässt das Resultat oft zu wünschen übrig: Immer wieder mal zieht sich eine fiese, kleine Falte durch den ganzen Stoff. Wenn die Leiterin des Nähkurses dann vorbeikommt, versuche ich das Genähte so zu hinzulegen, dass man die Falte nicht sieht. Das ist natürlich sinnlos, denn der Fehler bleibt ja trotzdem drin... Dann gibt's nur eines: auftrennen und noch mal nähen.
Irgendwann kam mir der Gedanken: Genau so läuft's ja eigentlich auch sonst im Leben ab: Wenn ich zum Beispiel meinen Partner verletze, dann gibt es einen spürbaren „Knick“ in der Beziehung. Und auch dann habe ich zwei Möglichkeiten:
Ich kann so tun, als wäre nichts gewesen, aber davon geht der „Knick“ halt nicht weg. Oder ich schaffe den Fehler mit einer ehrlich gemeinten Entschuldigung aus der Welt...






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