Di, 31.01.
Obdachlosigkeit in Sachsen
von Elisa Eichberg
Das berühmte „Dach über dem Kopf“ oder die „eigenen vier Wände“ - für immer mehr Menschen in Sachsen wird das zum Luxus. Allein in Dresden registrierte die Wohnungslosenhilfe der Diakonie im letzten Jahr fast 500 Obdachlose. Darunter immer mehr junge Menschen. Sozialarbeiter Michael Schulz ist Leiter der Wohnungslosenhilfe im Dresdner Niklashof: „Während wir vor 10 Jahren noch überwiegend alleinstehende Männer um die 50 in der Beratung hatten, ist es heute eher die Gruppe zwischen 20 und 30 Jahren, die hier vorspricht, und die man auch nicht öffentlich als Wohnungssuchender ausmachen kann. Wir haben zwar auch noch mit Menschen zu tun, die in Fußgängerzonen betteln, aber eigentlich ist dieser Teil der Hilfesuchenden in den letzten Jahren stark zurückgegangen.“
Die rund 230 Plätze in den Notunterkünften der Stadt reichen nicht aus. Die Wohnungslosenhilfe der Dresdner Diakonie bietet darum auch selber einige Schlafplätze an. Übrigens sachsenweit die einzige Unterbringung, wo auch ihre Haustiere erlaubt sind. Schulz: „Für manche Leute ist der Besitz des Haustieres so wichtig, dass sie sogar draußen kampieren würden, auch im Winter, als das Tier ins Tierheim zu geben. Häufig sagen diese Menschen, dass die Tiere treue Begleiter waren und sind, manchmal noch der einzige Freund, der ihnen geblieben ist und den wollen sie natürlich unbedingt behalten.“