Mi, 01.02.
Das "Wunder" von Weinböhla
von Elisa Eichberg
Nur noch das Bremsen des Regionalzuges konnte Florian aus Hoyerswerda hören, als er die Gleise verbotenerweise überquert hat. Er war gerade in Weinböhla ausgestiegen, aus dem Zug, den eigentlich der 22-jährige David Blaschke kriegen wollte. Als der an den Bahnsteig kommt, sieht er Florian schwerverletzt im Gleisbett liegen. Sofort leistet David Erste Hilfe, und stellt dem Verletzten eine ungewöhnliche Frage: „Ich hab realisiert, dass es um Leben und Tod geht und da fiel mir die Frage ein: Glaubst du an Gott? Weil er ja wie auf des Messers Schneide stand, er hätte ja auch ganz leicht auch nicht überleben können und dann ist diese Frage die wichtigste Frage: Wie geht’s weiter, wenn wir gestorben sind? Haben wir da Vertrauen in Gott, dass wenn wir gestorben sind, wir bei ihm sind? Deswegen freu ich mich, dass er überlebt hat, dass er darüber nochmal nachdenken kann!“
In den nächsten Tagen wollen sich die beiden das erste Mal nach dem Unfall wiedersehen. Trotz gravierender Kopfverletzungen, wird Florian keine bleibenden Schäden davon tragen. Dass David damals eigentlich nur seinen Zug verpasst hat, ist für den 22-jährigen Lebensretter kein Zufall: „Ich war Gott dankbar, dass er das alles organisiert hatte, denn ich hätte früher kommen können, ich hätte später kommen können, aber er hat mich genau dahin kommen lassen, damit ich ihn sehe und ihm helfen kann.“